Jedes Lebewesen ist wertvoll



Die Geschichte unseres Tierheims

 




Am 6. September 1955 fragte die Marler Zeitung in einem Artikel: „Wann bekommt Marl  einen Tierschutzverein?“ Zitat: Bei jedem Gang über den Wochenmarkt fallen dem Käufer die vielen herrenlosen Hunde auf, die hier verwahrlost und manchmal zu Skeletten abgemagert herumlungern und sich ihr kärgliches Fressen aus dem Abfall heraussuchen. Oft genug wird dann die Frage gestellt: „Wie steht es eigentlich in Marl mit der Gründung eines Tierschutzvereins?“

 Am 15.09.1955, 10 Tage nach dem Zeitungsartikel, also vor fast 65 Jahren und, gab es eine Antwort auf diese Frage. Tierschützer fanden sich zur Gründungsversammlung des „Tierschutzvereins Marl und Umgebung Marl“ in der Gaststätte „Westfälischer Bauer“ zusammen. Die Versammlung stand, wie die Marler Zeitung berichtete, unter dem Motto,: „Jede Kreatur ist Gottes Geschöpf“. Auch im weiteren Verlauf der Gründungsversammlung wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass der Tierschutz eine hohe sittliche Pflicht für jeden Menschen sein muss. Der Jahresbeitrag für die Mitglieder wurde auf 3 DM festgesetzt. Jugendliche unter 18 Jahren zahlten damals 10 Pfennige monatlich.

Am 23. November 1955 fand die zweite Versammlung statt, in der auch die Satzung beschlossen wurde und der „Vogelvater“ Paul Lokietsch zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Interessant aus heutiger Sicht war ein Hauptthema, dass die Versammlung besonders beschäftigte: Das Ersäufen von jungen Katzen und das Schlachten von Hunden. Dieser Umgang mit den Haustieren war wohl in den ersten Nachkriegsjahren gängige Praxis.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Notwendigkeit ein Tierheim zu bauen. Doch niemand wusste zu diesem Zeitpunkt woher das Geld zum Bau eines Tierheims kommen sollte.

Aber der Wille zur Verbesserung war groß. So wurden schon in den Anfangsjahren auf dem Gelände des DVG Marl an der Knappenstraße die ersten Fundtiere unter  heutigen Gesichtpunkten eher notdürftig untergebracht. 1959 wurden die ersten Anlagen errichtet, die aber schon bald den Erfordernissen nicht mehr gerecht wurden. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums wurde 1965 die Anlage erneuert. Es standen damals sage und schreibe sieben winterfeste Boxen und drei Freigehege zur Aufnahme von Fundtieren zur Verfügung.

Im Laufe der Jahre wurden die Unterbringungsmöglichkeiten immer wieder erneuert, erweitert und an die steigenden Anforderungen an eine artgerechte Unterbringung und erforderliche Hygiene angepasst.

Anfang der 80ziger Jahre wurde auch die erste Auffangstation für Katzen errichtet. Heute werden dort auch die Kleintiere untergebracht. Die Stuben hatten Katzenklappen nach draußen und jede der drei Stuben hatte Verbindung zu einem Freigehege. Im Jahr 1985 wurde der Name des Vereins in Tierschutz Marl/Haltern und Umgebung e.V. geändert. In diesem Jahr wurde auch der erste Spatenstich für das neue Hundehaus vom damaligen Bürgermeister Hentschel getan. Zur Feier des dreißigsten Jubiläums des Vereins konnte dafür auch das Richtfest gefeiert werden. Im Juli des darauf folgenden Jahres wurde das neue Hundehaus mit insgesamt 18 Boxen feierlich eingeweiht. Parallel dazu wurde eine vorhandene offene Auffangstation für die Katzen in ein kleines Katzenhaus mit drei Stuben und dazugehörigen Ausläufen und eine Futterküche umgebaut. Heute sind hier die kleineren Hunde oder auch einmal Katzensorgenkinder untergebracht und in der Küche wird das Futter für die Hunde vorbereitet. Ende der achtziger Jahre wurde das Bürogebäude mit dem Aufenthaltsraum gebaut. Das vorherige Provisorium, eine außen verklinkerte Hütte wurde als Arztzimmer und Quarantäne genutzt und ist inzwischen einem festen Gebäude gewichen. Dort ist eine Krankenstube für Katzen und das Behandlungszimmer eingerichtet.

1993 wurde das große Katzenhaus gebaut und 1996 renoviert. Mit sechs Stuben und anhängenden Ausläufen bietet es für unsere Samtpfoten vergleichsweise viel Platz. Später kam noch eine Quarantäne für die Katzen hinzu. Überhaupt wurde das Tierheim im Laufe der Jahre ständig erweitert und entsprechend den Kenntnissen (soweit das finanziell möglich) war an die Erfordernisse einer tierschutzgerechten Unterbringung der Tiere angepasst. Auch ein Freilauf für die Hunde kam hinzu. Diese „Wiese“ ist für unsere Hunde wirklich Gold wert! So hat sich das Tierheim im Laufe der Jahre von einer Schlammwüste mit ein paar Hundeboxen in ein modernes Tierheim gewandelt. Natürlich änderten sich im Laufe der Jahre die Ansprüche an eine artgerechte Tierhaltung. So stehen wir zurzeit vor der Herausforderung das 1986 fertiggestellte Hundehaus umzubauen und für die Hunde eine Kranken- und Quarantänestation neu zu errichten. Nicht nur ein finanzieller Kraftakt, der uns noch lange beschäftigen wird.

Dabei haben in den vergangenen über 60 Jahren viele engagierte Menschen mitgewirkt, die Zeit, viel Einsatz und auch finanzielle Mittel eingebracht haben, um das zu erreichen.  

              All ihnen wollen wir an dieser Stelle herzlich danken.

Unser Ziel ist es, Positives für den Tierschutzverein, die Tiere und das Tierheim zu erreichen. 





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